Richtig programmieren: Softwareergonomie
Zunächst gehen wir aber nun anhand eines Negativbeispiels auf die wichtigen Punkte ein, die bei der ergonomischen Softwareentwicklung berücksichtigt werden sollten:

Bei der Erstellung dieser Anwendung haben wir absichtlich so ziemlich alles falsch gemacht, was man bei der ergonomischen Softwaregestaltung falsch machen kann. Der hellgrüne Hintergrund irritiert und stört die Aufmerksamkeit. Bei schlecht eingestellten Monitoren kann dies zu Übelkeit führen. Wir empfehlen daher, auf das dezente Standardgrau oder die Systemeinstellung zurückzugreifen. Im Folgenden werden wir nun auf die einzelnen angekreideten Punkte eingehen und bessere Möglichkeiten präsentieren.
Punkt 1: Der Titel „Beispiel Programm“ ist nicht aussagekräftig und hat zudem einen grammatikalischen Fehler. Wenn man mehrere Programme in der Taskleiste hat, kann man dieses gewünschte eventuell nicht intuitiv finden. Besser ist hier ein kurzer und aussagekräftiger Titel.
Punkt 2: Toll! Ein Kalender! Der Programmierer hat hier einfach noch einen Kalender eingefügt, da dies ein Standardobjekt der Entwicklungsumgebung ist und das Einfügen nur einen Mausklick erfordert. Unser Rat ist: weniger ist mehr! Finger weg von lustigen Gimmicks, die im Grunde keiner braucht und nur stören.
Punkt 3: Was ist hier gemeint? Spontan würde jeder den Nachnamen eintippen. Dieser wird jedoch schon zwei Felder weiter unten abgefragt. Unser Tipp deshalb: Benennen Sie Ihre Eingabefelder aussagekräftig und lassen Sie Ihre Benutzer nicht im Regen stehen. Des weiteren sollte man Schriftfarben wählen, die sich klar vom Hintergrund abheben.
Punkt 4: Der Text ist zu groß und wird deshalb vom Eingabefeld verdeckt. Wählen Sie also stets nur ausreichend große, aber trotzdem lesbare Textgrößen aus. Außerdem hat ein Doppelpunkt am Ende noch niemandem geschadet.
Punkt 5: Das Eingabefeld, das eine unbekannte Eingabe verlangt, ist viel zu lang und zerstört somit das Design der anderen. Achten Sie auf einheitliche Größen!
Punkt 6: Der Text ist kaum zu lesen. Wählen Sie daher besser erkennbare Schriftfarbkontraste.
Punkt 7: “Wählen sie bitte zwischen Option 1 und 2. Geben Sie was im Input 3 ein.” Beim Programmieren sollten Sie stets erklärende Texte wählen, damit der Anwender nicht mit fragendem Gesicht vor der Kiste hockt.
Punkt 8: Schlicht „Abbrechen“ klingt nicht schön. Wählen Sie lieber etwas netteres und runderes wie z.B. „Programm beenden“ oder „Zu Windows zurückkehren“.
Punkt 9: Achten Sie darauf, dass sich die Elemente im Programm nicht überdecken. Animierte GIF-Grafiken sollten sie zudem nur mit äußerster Vorsicht genießen!
Auf der nächsten Seite sehen Sie das selbe Programm nach einer Überarbeitung.
4 Kommentare »
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Tony sagt:
25. Februar 2007 @ 10:46
Super Artikel und gutes Beispiel-Design auf Seite drei!
Mir fehlt hier allerdings noch ein Link, wie man nun ein Vista-Skin (z.B.) in seine Anwendung einbringt (da dies im Artikel angesprochen wurde, wäre es wirklich wünschenswert).
Friedrich sagt:
26. Februar 2007 @ 12:00
Moin!
Der Vista-Skin kam mehr oder weniger zufällig in den Screenshot, da das Negativbeispiel in der Schule und die bessere Version bei mir Zuhause entstand. Ich fand das aber trotzdem ganz chic, da so noch zusätzliche modernität ausgestrahlt wird.
Gruß Friedrich
Elena sagt:
18. Dezember 2007 @ 0:43
Software-Ergonomie ist ein wichtiges Thema, der Verweis auf das Grundgesetz allerdings völlig überflüssig. Jenes regelt nämlich nur das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern — ich als Entwickler schlechter Benutzeroberflächen darf also Behinderte völlig folgenlos benachteiligen…
auto california in insurance sagt:
3. August 2008 @ 4:08
auto california in insurance…
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