Spurensuche: Tram im Münchner Norden
Am 20.11.1993 wurde die heutige U-Bahn-Linie 2 zwischen Scheidplatz und Dülferstraße eröffnet. Einen Tag später legte man die fast parallel laufenden Tram-Linien 12 und 13 still. Nichts erinnert heute mehr an den Abschnitt der Linie 12 zum Harthof, doch vom nördlichen Ende der Linie 13 sieht man auch heute noch viele Details.
Die Spurensuche beginnt an der Schleißheimer Straße/Augustin-Rösch-Straße in Richtung Norden - hier fuhr die Linie 13 von der Rathenaustraße kommend auf die Schleißheimer Straße. Die noch sehr neue Strecke war mustergültig nach “Tiefbahn-Richtlinien” trassiert, nicht nur deshalb war die U-Bahn an dieser Stelle ein fragwürdiges Objekt.

Beim Blick in die Schleißheimer Straße stellt man fest, dass der Bahndamm als überlanger Parkplatz benutzt wird. Die unüblich großen Schottersteine machen aber deutlich, dass es sich um eine ehemalige Bahnstrecke handelt. An den Straßenlaternen in der Mitte war früher die Fahrleitung befestigt.

Einige herumliegende Fahrleitungshalter und Isolatoren zeugen noch davon.
Kaum etwas erinnert noch an die Haltestelle Weyprechtstraße. Auch hier parken Autos und LKWs an der Stelle, an der einst die Trambahnen über die Gleise sausten.

An der ehemaligen Haltestelle Weitlstraße findet sich ein ähnliches Bild. Von der Haltestelle sind keine Spuren zu sehen, stattdessen prägen Autos das Bild.

Kurz vor der Haltestelle Dülferstraße fangen plötzlich die Gleise an.

Erinnerungen an die Trennung von Schienensträngen im Grenzbereich Berlins werden wach. Vermutlich für Tiefbauarbeiten musste ein etwa einen Meter langes Schienenstück entfernt werden.

Auch an der Haltestelle Dülferstraße liegen noch Gleise, allerdings geht eine Straßen-Wendeschleife mitten durch den ehemaligen Haltestellenbereich. Hier kreuzt die U2 die Straßenbahntrasse - wer selbst auf Spurensuche gehen möchte, fängt am besten hier an.

Im Jahre 1964 wurde die Strecke zum Hasenbergl eröffnet, davon zeugen auch heute noch Schienenstücke, die in diesem Jahr hergestellt wurden.

Ab hier liegen die Gleise noch fast durchgehend bis zum Hasenbergl, doch die Natur holt sich langsam wieder, was ihr genommen wurde. Das folgende Bild zeigt die Trasse in Richtung Hasenbergl, rechts noch ein Stück vom Bahnsteig Dülferstraße.

Nahezu alle Weichen am Bahnhof Hasenbergl sind noch vorhanden, nur diejenige zum Abstellgleis (im Bild links) fehlt. Gut zu sehen ist die Gleiskreuzung der Tropfenschleife.

Der Bahnsteigbereich in der Mitte der Schleife wurde zu einem Basketballplatz umgebaut, doch der Bahnsteig mit Überdachung und das blaue Tramhäusl sind noch vorhanden.

Im vorderen Teil der Haltestelle wurde eine Skateboard-Anlage eingerichtet. Diese geht teilweise über den Gleisbereich.

Das Hinweisschild wurde scheinbar schon von mehreren Sportgeräten getroffen, doch der restliche Zustand der Anlage ist sehr gut.

Das alte Tramhäusl wird nun für Veranstaltungen genutzt. Der Verein “Bewohnerstammtisch Hasenbergl-Nord” betreut es.

Um die Verletzungsgefahr zu mindern, wurden die Rillenschienen im Bereich des Bahnsteigs mit Teer aufgefüllt.

Im weiteren Verlauf verschwindet das Gleis der Wendeschleife unter der Grasdecke, um einige Meter später wieder aufzutauchen.

Hier endet die Spurensuche der ehemaligen Straßenbahnlinie 13, die 1964 als Streckenabschnitt der legendären Linie 8 - damals die längste Tramlinie Münchens - eröffnet und im Jahr 1993 stillgelegt wurde.