Straßenbahn-Entgleisung am Romanplatz
Heute gegen Mittag entgleiste der Straßenbahntriebwagen 2150 vom Typ R2.2 in einer Weiche am Münchener Romanplatz mit geringer Geschwindigkeit. Dabei verfing sich der Stromabnehmer des Wagens in einem Abspanndraht und wurde schwer beschädigt.
Hier die Lage um 13 Uhr. Der Wagen steht noch an seiner Stelle wie kurz nach der Entgleisung, Unfallhilfswagen der Verkehrsbetriebe und die Münchner Feuerwehr sind im Einsatz.

Kurz nach 13 Uhr wird die abgeschaltete Fahrleitung geerdet, um den verbogenen Stromabnehmer des Wagens aus der Fahrleitung befreien zu können.

Mit Hilfe eines Hubkrans machen sich die Arbeiter daran, den Stromabnehmer zu entwirren.

Nach einer Viertelstunde ist es geschafft.

Der Stromabnehmer wird anschließend von innen per Handkurbel heruntergedreht und mit einem Seil gesichert.

Nun wird der Straßenbahnzug wieder aufgegleist. Da die Entgleisung in der Weiche mit sehr geringer Geschwindigkeit passierte, entscheidet sich die Feuerwehr, den Zug mit einer Seilwinde langsam zurückzuziehen.

Vorsichtig beobachten hierbei Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe und der Feuerwehr den Verlauf der Aktion. Zentimeter für Zentimeter bewegt sich die Tram wieder in Richtung ihres Gleises.

Über Funk geben die Arbeiter an der Tram Befehle an die Feuerwehrleute, welche die Seilwinde bedienen.

Um 13:30 Uhr ist die Tram an die richtige Position gezogen worden, um sie abschleppen zu können. Doch zunächst wird die Weiche auf Schäden untersucht.

In der Zwischenzeit wird der vom Stromabnehmer beschädigte Abspanndraht repariert.

Um viertel vor Zwei rollt schließlich der Unfallhilfswagen rückwärts an die Straßenbahn heran und wird mit einer Notkuppelstange angekuppelt.

Zehn Minuten später setzt sich der Zug in Bewegung.
Mit einer Geschwindigkeit von etwa 25 km/h fuhr der Zug anschließend über den Linienweg der 12 bis Leonrodplatz und von dort über die Dachauer Straße bis zum Hauptbahnhof, um anschließend über den Linienweg der Linie 19 über Maxmonument in den Betriebshof einzurücken. Somit war der Zug nahezu in ganz München zu sehen.
Um 14:08 Uhr passierte der Zug den Leonrodplatz.

Um 14:18 durchfuhr der Zug die Haltestelle Hauptbahnhof Nord in Richtung Stachus.
Durch die Entgleisung waren die Linie 12 und die Linie 37 (die als Baustellenlinie auf dem Westabschnitt der eigentlichen Linie 17 verkehrt) stark beeinträchtigt. Die Linie 37 fuhr vom Gondrellplatz zum Romanplatz auf dem gewöhnlichen Linienweg und von dort über Leonrodplatz und Hauptbahnhof zurück zum Gondrellplatz. Die MVG setzte Ersatzbusse zwischen Hauptbahnhof und Amalienburgstraße ein.
Seltener Anblick: Linie 37 als Ersatz der Linie 17 in der Haltestelle Hauptbahnhof Nord der Linien 20 und 21.

1 Kommentar »
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Joseph P. Saitta sagt:
16. April 2006 @ 14:36
Great photos. They also show the very simple overhead catenary wire used to power the trams. Here, in the United States, the catenary is usually built to withstand Category 5 hurricanes in order to needlessly spend money and pay consultants, most of whom don’t know the first thing about overhead wire design. If you would look at the overhead catenary of many of our tram systems, you’d be laughing for days at the ridiculous overbuilt designs. Here’s a great market for German engineers…..
Best regards, JPS