Mit ET 420 001 ins Werk München-Steinhausen

Mit dem ET 420 ins Werk SteinhausenNachdem schon längere Zeit nur noch S-Bahnen der Baureihe 423 durch München düsen, ist eine Fahrt mit der älteren Baureihe 420 natürlich ein besonderes Ereignis. Immerhin vier Sonderfahrten mit dem ET 420 001 sind dieses Jahr geplant, den Auftakt machte die heutige Rundfahrt um München. Das Sahnehäubchen war die Besichtigung des S-Bahn-Werks in Steinhausen.

Leider war es sehr schlechtes und absolut fotounfreundliches Wetter, das die zahlreichen Fahrgäste um 9:30 Uhr am Münchner Ostbahnhof empfing.

420 001 vor der Abfahrt im Münchener Ostbahnhof

Die Fahrt ging dann auf der Route der S8 in Richtung Flughafen über Daglfing und Johanneskirchen. Von dort fuhren wir weiter über den Nordring, der planmäßig nicht von S-Bahn-Zügen befahren wird. In München Laim schwenkten wir auf den Südring, um von dort wieder in Richtung Ostbahnhof zu fahren. Von dort fuhren wir weiter ins Werk Steinhausen, das kurz hinter dem S-Bahnhof Leuchtenbergring liegt.

Das Werk wurde in kleinen Gruppen zu etwa 15 Personen besichtigt, fachkundige Mitarbeiter der S-Bahn München erklärten, wie die Instandhaltung und auch die Reinigung der Züge funktioniert.

Ein Mitarbeiter der S-Bahn München erklärt, wie die S-Bahnen gewartet werden

Mit Hilfe der Achssenke können einzelne Drehgestelle des Zuges abgesenkt werden, um Achsen und Fahrmotore tauschen zu können.

Achssenke

Das folgende Bild zeigt eine Achse mit Fahrmotor, die auf den Einbau wartet.

Achse mit Fahrmotor

Natürlich gibt es auch eine Art “Hebebühne”, um unten an den Zügen arbeiten zu können. Da die Züge der Reihe 423 über Jacobsdrehgestelle verfügen, auf die sich zwei Wagenkästen abstützen, muss jeweils ein kompletter 4-Wagen-Kurzzug angehoben werden.

Hebebühne für komplette Kurzzüge

Um abgerüstete Züge, die keine Spannung von der Fahrleitung beziehen, bewegen zu können, verfügt die S-Bahn über ein durch Akkumulatoren angetriebenes Schleppfahrzeug.

Akkuschleppfahrzeug

Um die Radreifen abzudrehen und auch um Flachstellen zu beseitigen, gibt es eine Radsatzdrehbank. Hier ist sie gerade im Betrieb zu sehen.

Radsatzdrehbank

Mit Hilfe eines Rechners wird die Drehbank gesteuert. Über Monitore kann die Arbeit genau überwacht werden.

Steuerung der Drehbank

Die gewaltige Menge an Spänen wird automatisch abgesaugt und in einen Behälter geschüttet. Eine ganze Tonne an Metallspänen fasst dieser Behälter.

Behälter für Metallspäne 

Ob die Fahrleitung Spannung führt, kann mit einem Spannungsprüfer festgestellt werden. Durch die hohe Spannung von 15 kV fällt dieser etwas größer aus, als der aus dem Heimbereich bekannte Phasenprüfer mit Schraubendreher.

Spannungsprüfer

Auf dem Freigelände war noch 203 002 zu bewundern, eine umgebaute V100 der Deutschen Reichsbahn. Sie wird für Rangierfahrten und zum Schleppen auf der Strecke liegengebliebener Züge eingesetzt. Zu diesem Zweck wurde sie mit einer Scharfenbergkupplung ausgerüstet.

203 002, eine umgebaute V100 der DR

Zum Reinigen der Züge verfügt das Werk Steinhausen über eine eigene Waschanlage. Da die Züge hier nicht aufgerüstet sein dürfen, werden sie von einer Seilwinde gezogen. Das Waschen eines Kurzzuges dauert etwa 30 Minuten.

Waschanlage

Danach ging es mit dem 420 001 wieder zurück zum Ostbahnhof. Nach der Fahrt gab es noch ein gemütliches Zusammensitzen mit Zusi-Freunden und Mitgliedern der Interessengemeinschaft S-Bahn München e.V. in der Gaststätte zum Meisterverein.

Stammtisch im Meisterverein

Bierdeckel-Kartenhäuschen-Weltmeisterschaften 

Zum Abschluss konnten wir kurz vor 19 Uhr im Ostbahnhof noch den VT08, den Fußball-Weltmeisterzug, sehen.

VT08 im Ostbahnhof

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