Bahnsteigerweiterung am Marienplatz
Marienplatz ist der am stärksten frequentierte U-Bahnhof in München. Kein Wunder, liegt dieser Bahnhof doch mitten im Stadtzentrum. Zudem ist er Umsteigepunkt zu allen S-Bahn-Linien, die durch den Stammstreckentunnel fahren. 32400 Menschen haben diesen Bahnhof im Jahr 2005 zur Hauptverkehrszeit je Stunde genutzt - dafür sind die Bahnsteige viel zu klein bemessen, weswegen eine Bahnsteigerweiterung gebaut wurde.
Eröffnet wurde der Bahnhof Marienplatz am 19. Oktober 1971 zusammen mit der ersten U-Bahn-Linie U6 zwischen Kieferngarten und Goetheplatz. Die Olympischen Spiele standen vor der Tür, daher folgte am 8. Mai 1972 die U-Bahnlinie U3 zum Olympiazentrum. An der Münchner Freiheit vereinigt sie sich mit der U6, daher halten an den Bahnsteigen am Marienplatz beide Linien.

Vor der Eröffnung der Nord-Süd-Strecke gingen umfangreiche Verkehrsermittlungen und Prognosen voraus. Auf dem Streckenabschnitt Odeonsplatz - Marienplatz sollten 1972 je Tag und Richtung etwa 52000 Fahrgäste unterwegs sein, zur Hauptverkehrszeit wurden je Stunde zwischen 8000 und 9000 Fahrgäste erwartet. Inzwischen sind es ganze 32400 Menschen, die alleine je Stunde an diesem Bahnhof ein-, aus- oder umsteigen. Das macht deutlich, dass der Bahnhof seine Kapazitätsgrenze erreicht hat.
![Fahrgastaufkommen am Marienplatz [Quelle: Stadt München, U-Bahn-Referat]](http://www.smartcoder.net/wp-content/marienplatz_1.gif)
Rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sollte daher eine Lösung her. Das neue Fußballstadion in Fröttmaning ist ebenfalls mit der U6 zu erreichen, für Fahrgäste, die mit der S-Bahn ankommen, ist der Marienplatz der Umsteigeknoten der Wahl.
Bahnsteige verbreitern
Die recht einfach klingende Lösung: Die Bahnsteige werden breiter gemacht. Doch so einfach, wie es klingt, ist es bei weitem nicht. Schließlich musste die Arbeit bei laufendem U-Bahn-Betrieb durchgeführt werden. Um die Belastungen für die Fahrgäste möglichst gering zu halten, wurden zwei Tunnel neben den Bahnsteigen bergmännisch erstellt. Erst, als die Tunnel im Rohbau fertiggestellt waren, erfolgte ein Durchbruch zum Bahnsteig. Die Fahrgäste bekamen davon recht wenig mit - Wände schützten vor dem eindringenden Staub. Die recht nackt aussehenden Wände wurden - nachdem sie teilweise beschmiert wurden - von Künstlern bemalt. Kurz vor der endgültigen Ausgestaltung des Tunnels wurden sie wieder entfernt.
![Ansicht des Tunnels in Richtung Süden, 1 ist der bestehende Bahnsteig, 2 der neue Tunnel. [Quelle: Stadt München, U-Bahn-Referat]](http://www.smartcoder.net/wp-content/marienplatz_2.gif)
Eröffnung
Das Warten hat sich gelohnt: Heute, am 29. Mai 2006, wurde die Bahnsteigerweiterung kurz nach 12 Uhr feierlich eröffnet. Oberbürgermeister Christian Ude, MVG-Chef Herbert König und der bayrische Staatsminister Erwin Huber durchschnitten symbolisch ein gelbschwarzes Band.
[Bildquelle: Florian Schütz]
[Bildquelle: Florian Schütz]
Danach wurden die Absperrbänder entfernt und die Bahnsteigröhren durften von den Fahrgästen benutzt werden. Hoffen wir, dass die Fahrgäste die Erweiterungsröhren schnell annehmen und sich das allmorgendlich auftretende Menschenknäuel bald entwirrt.
Die Erweiterung im Betrieb
Die folgenden Bilder entstanden in der verkehrsschwachen Zeit gegen 20:30 Uhr heute abend.

Ansicht des Bahnsteigs. Ein C-Zug der U6 fährt gerade aus.

Der Erweiterungstunnel
Tunnelabschluß im Zeichen der Fußball-WM
Neue Zugzielanzeiger kündigen auch schon in der Halle die nächste Bahn an.
Notrufsäulen im Erweiterungstunnel

Noch ist nicht alles fertig.

Provisorische Klebefolien…

…und neue Schilder erleichtern das Finden der richtigen Treppe zur S-Bahn.