Der Papst in München - Verkehrschaos?
Zwei Tage lang war Papst Benedikt XVI. in Bayerns Hauptstadt. Ganze 500.000 Pilger waren angekündigt, und die Stadt machte sich auf ein Verkehrschaos gefasst. Um die Verkehrsströme zur Messe etwas zu entflechten, wurden auch Fußwege von den Bahnhöfen Ostbahnhof und Arabellapark mit bis zu 9 Kilometern Länge empfohlen…
Doch das erwartete Chaos blieb aus. Viele der Shuttle-Züge fuhren leer durch die Gegend, die geplanten ganztägigen Sperrungen der U-Bahnhöfe Josephsburg und Kreillerstraße konnten bereits am frühen Nachmittag wieder aufgehoben werden.
U-Bahn
Die MVG empfahl den Pilgern, die U-Bahnlinie U2 möglichst zu meiden, da diese an die Kapazitätsgrenzen stoßen sollte. Doch die meisten Pilger fuhren frühzeitig los.

Spezielle Beschilderung der Züge “Zur Papstmesse”
Um die Kapazität der Linie U2 zu erhöhen, wurden die Bahnhöfe Josephsburg und Kreillerstraße komplett gesperrt, die Züge fuhren durch. Zeitweise wurde auch am Bahnhof Innsbrucker Ring nicht gehalten.
Nach dem Beginn der Heiligen Messe in Riem wurde es leer auf den Bahnhöfen.

Situation im Umsteigebahnhof Trudering kurz nach 11 Uhr
Nach dem Ende der Papstmesse füllten sich die Bahnhöfe und Züge zwar, doch auch hier blieb das Chaos aus. Der Bahnhof Messestadt West musste für wenige Minuten wegen Überfüllung gesperrt werden, doch bald normalisierte sich der Betrieb wieder.

Bahnhof Messestadt West gegen 14:30 Uhr
Die gesperrten Bahnhöfe konnten ebenfalls wieder geöffnet werden und die Züge hielten wieder an allen Bahnhöfen.

Schon gegen 14 Uhr war die Sperrung der Bahnhöfe wieder aufgehoben
Haltender Zug in Richtung Hauptbahnhof im Bf Kreillerstraße
S-Bahn
Die S-Bahn setzte geliehene Züge der Baureihe 423 aus Frankfurt, Stuttgart und Nordrhein-Westfalen ein. Diese fuhren im Shuttle-Verkehr zwischen Pasing und Haar über Ostbahnhof sowie zwischen Hauptbahnhof und Riem. Die S-Bahnlinie 4 wurde stark verdichtet und ließ zeitweise die Bahnhöfe Haar, Vaterstetten und Baldham aus. Im gesamten Netz wurden Langzüge eingesetzt, im Betriebswerk Steinhausen standen fast ausschließlich 420 001 und die Diesellok herum.
Der Shuttle Pasing <> Haar fuhr im 20-Minuten-Takt und hielt am Ostbahnhof an den Gleisen 7 und 8, was bei einigen Reisenden für Verwirrung sorgte.

Seltenes Bild: S-Bahnzüge von den Gleisen 7 und 8
Einfahrt des Shuttlezuges nach Pasing am Ostbahnhof
Die Shuttlezüge waren nach dem Ende der Messe gut gefüllt, wie das Bild des ankommenden Zuges in Pasing zeigt.
Ankunft des Shuttlezuges in Pasing
Der Shuttlezug zwischen Hauptbahnhof und Riem fuhr vom Holzkirchener Flügelbahnhof (außerhalb der Halle, Gleis 10) ab.

Shuttlezug im Holzkirchener Flügelbahnhof
Tram
Die Straßenbahnen fuhren in wesentlich dichterem Takt als gewöhnlich, auch die Verstärkungslinie 16 war am Sonntag unterwegs. Ein Ersatzzug für den Fall der Fälle wurde in der Brunnenschleife am Sendlinger Tor abgestellt.
Abgestellter Ersatzzug in der Brunnenschleife am Sendlinger Tor
Die Tramlinie 19 wurde Samstag und Sonntag über das Sendlinger Tor umgeleitet und fuhr daher nicht durch die Fußgängerzone am Marienplatz.
Abseits vom angestammten Weg: Die Tram 19 umrundet das Maxmonument

Gewappnet für alle kurzfristigen Sperrungen: Änderungen im gesamten Netz möglich
2 Kommentare »
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Mama und Papa Ratzi sagt:
11. September 2006 @ 4:55
Habemus papam. Amen.
Ben aka Rathgeber sagt:
12. September 2006 @ 23:48
Moin Daniel,
das ist eine nette Zusammenstellung! Das Photo an der Messestadt West ist wirklich klasse!
Gruß vom Ben