125 Jahre Nahverkehr in Nürnberg - Teil IV

125 Jahre Nahverkehr in Nürnberg, Teil IVDer Stadtbahnwagen N6/N8

Mitte der 1970er Jahre schien das Schicksal der Nürnberger Straßenbahn besiegelt. 1972 wurde das erste U-Bahn-Teilstück eröffnet und der Bau der Strecke nach Fürth sollte Anfang der 80er Jahre vollendet sein. Somit war klar, dass die U-Bahn die als veraltet geltende Straßenbahn immer mehr ersetzen würde. Doch auch für diese recht kurze restliche Betriebsdauer wurden neue Fahrzeuge benötigt.

Alle Artikel in dieser Serie

  • Teil I: Die Geschichte der Pferdebahn
  • Teil II: Die Altbauwagen der elektrischen Straßenbahn
  • Teil III: Die Großraumwagen der Serien 200 und 300
  • Teil IV: Die Stadtbahnwagen N6 und N8
  • Teil V: Die Niederflurwagen GT6N und GT8N
  • Teil VI: Der U-Bahnsimulator in Nürnberg  
  • Wagen 363 in der Schweiggerstrasse

    Da die MAN keine Fertigungsmaschinen mehr für einen Nachbau der 300er-Serie besaß, gab man keine komplett neue Serie in Auftrag, sondern bestellte kurzerhand den Stadtbahnwagen N6S, der schon im Ruhrgebiet mehrfach im Einsatz war.

    Drei abgestellte N8 im Betriebshof 

    Die Bezeichnung N6S schlüsselt sich hierbei wie folgt auf:

    N: Normalspur (Spurweite 1435 mm)
    6: Triebwagen mit 6 Achsen
    S: Schützensteuerung

    Eine Besonderheit für Nürnberger Fahrzeuge ist die Tatsache, dass die N6 als Zweirichtungswagen ausgeführt sind. Gewöhnlich werden solche Wagen nicht benötigt, da es genug Wendeschleifen gibt. Man argumentierte aber, dass durch den U-Bahn-Bau so viele Gleisstummel entstehen würden, dass die Zweirichtungsfähigkeit gebraucht würde. Tatsächlich wurden die Wagen aber nur sehr selten so genutzt. Im normalen Betrieb sind die Ausstiege auf der linken Seite mit Holzbrettern abgedeckt, so dass mehr Stehplatzfläche entsteht.

    Wagen 372 im Betriebshof Heinrich-Alfes-Str.

    Wagen 372 in der Halle des Betriebshofs Heinrich-Alfes-Str.

    Fahrerstand des N8

    Die N6S werden zu N8S-Nf

    Anfang der 1990er Jahre wendete sich das Blatt. Man erkannte, dass die U-Bahn nicht das Allheilmittel ist, zu teuer ist sie und zu lange dauert der Bau. Zudem ist sie nicht wirtschaftlich für Strecken in den Randgebieten und auch der “so flexible Bus” ist nicht immer die bessere Wahl. Die im Jahr 1994 beschlossene langfristige Erhaltung der Straßenbahn zeichnete sich ab, weshalb man über eine Modernisierung des Wagenparks nachdachte.

    Hier ist der Niederflurmittelteil gut zu erkennen (Bildautor: Sebastian Sperling) 

    Innenraum des N8

    Niederflurmittelteil des N8 

    Da kurzfristig nicht mit dem Einsatz von Niederflurfahrzeugen zu rechnen war, wurden die N6 in den Jahren 1992 bis 1993 umgebaut: Die Wagen erhielten ein Mittelteil und ein zusätzliches Drehgestell. Die zwei zusätzlichen Achsen brachten ihm die Bezeichnung N8 ein. Die Endung -Nf deutet auf den Mittelteil mit Niederflureinstieg hin. Nicht alle Mittelteile haben diesen, so fahren im Ruhrgebiet auch Fahrzeuge, die einen Mittelteil ohne Türen mit sich führen.

    Rollband-Zielschild des N8 im Innern des Zuges 

    Zusammen mit dem Jubiläum 125 Jahre Nahverkehr feiern auch die N8 ihr 30-jähriges Bestehen. Zum alten Eisen gehören sie damit noch nicht, doch der Ersatzteilmangel macht den Fahrzeugen zu schaffen, so dass drei Züge bereits abgestellt werden mussten; Wagen 366 dient nur noch als Ersatzteilspender. Wenn im Jahr 2007 die Variobahn kommt, werden die N8 schrittweise ausgemustert werden.

    Als der Wagen 363 am Sonntag im Fahrzeugkorso mitfuhr, machte ein Schild auf das 30-jährige Jubiläum aufmerksam. Leider wurde dieser Tatsache kaum Beachtung geschenkt.

    Kaum beachtet: Die N8 feiern ihr 30-jähriges (Bildautor: Sebastian Sperling)

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  • Teil I: Die Geschichte der Pferdebahn
  • Teil II: Die Altbauwagen der elektrischen Straßenbahn
  • Teil III: Die Großraumwagen der Serien 200 und 300
  • Teil IV: Die Stadtbahnwagen N6 und N8
  • Teil V: Die Niederflurwagen GT6N und GT8N
  • Teil VI: Der U-Bahnsimulator in Nürnberg 
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