U-Bahn-Simulator in Nürnberg
Im Zuge des Jubiläums 125 Jahre Nahverkehr konnte auch der U-Bahn-Simulator im neuen Straßenbahn-Betriebshof an der Heinrich-Alfes-Straße besichtigt werden. Doch nur wenige Auserwählte hatten das Glück, tatsächlich an den Fahrschalter zu dürfen. Lediglich zwölf Personen durften je Stunde den geheimnisvollen Simulatorraum betreten.
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Simulatorraum
Hinter einer Feuerschutztür im zweiten Stock des Verwaltungsgebäudes im Betriebshof Heinrich-Alfes-Straße verbirgt sich der Simulatorraum. In diesem findet sich ein Kontrollraum und zwei Simulatorkabinen, die zur gleichen Zeit benutzt werden können. An der Kontrollstation können alle Daten abgerufen werden, die gerade in der Simulation auftreten.
Kein Spielzeug
Der Mitarbeiter der VAG machte uns gleich zu Anfang darauf aufmerksam, dass es sich hierbei um “kein Spielzeug” handelt. Die beiden Simulatoren werden für die Ausbildung echter U-Bahnfahrer verwendet, die Kosten dafür liegen bei über einer Mio. Euro.
Mehrere Zugtypen
Die beiden Simulatoren sind modular aufgebaut. Innerhalb weniger Minuten können die Bedienungselemente getauscht werden. Es lassen sich so die Führerstände der Zugtypen DT1, DT2 und DT3 originalgetreu nachbilden. Getauscht werden hierbei jeweils nur die waagrechten Pultflächen, die Anzeigeinstrumente werden über Bildschirme nachgebildet.
“Warum auch der DT3, der automatisch fahren soll?”, werden Sie vielleicht fragen. Sicher, es ist der vollautomatische Betrieb der U3 mit DT3-Zügen geplant. Doch Störungen können immer auftreten. Und in genau so einem Fall muss sich ein Zug manuell fahren lassen. Dafür wird am Simulator geübt.
Zufällige Störungen
Die U-Bahnen fahren in einem Takt von wenigen Minuten. Da muss bei Störungen schnell reagiert werden. Wenn ein Zug nicht mehr fahren will, ist der Zugfahrer auf sich alleine gestellt, muss in wenigen Augenblicken entscheiden, wie es weiter gehen soll. Liegt nur eine simple Türstörung vor oder ist der Zug komplett fahruntüchtig und muss geschleppt werden? Jedwede Art von Störung kann dem Simulant eingespielt werden und dieser muss innerhalb kürzester Zeit reagieren.
Hierbei kann der Simulator dem Verkehrsbetrieb bares Geld sparen, denn Störungen am richtigen Fahrzeug zu simulieren, ist aufwendig und mit hohen Kosten verbunden. Und eine gute Ausbildung der Mitarbeiter hält später die benötigte Zeit bei der Störungssuche niedrig.
Technisches
Die Züge sind für eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h zugelassen, welche sie im normalen Betrieb auch erreichen. Am Sollwertgeber wird die gewünschte Geschwindigkeit eingestellt, es lassen sich die Geschwindigkeiten 25, 40, 60 und 80 km/h wählen. Der Fahrhebel (links) hat nur die Stellungen 0 und 1, bei Stellung 1 wird bis zur eingestellten Höchstgeschwindigkeit aufgeschaltet. Im Fahrhebel befindet sich der Sifa-Taster, dieser muss die ganze Zeit - so lange der Zug rollt - gedrückt werden. Wird er einige Sekunden losgelassen - der Fahrer könnte beispielsweise bewußtlos sein - so bremst der Zug automatisch bis zum Stillstand.

Der Bremshebel ist rechts angeordnet und besitzt beim DT1 vier Bremsstufen, beim DT2 ist das Bremsen stufenlos möglich.
Im folgenden Bild ist eine Ansicht eines originalen Fahrerstands eines nahezu baugleichen B-Zuges aus München zu sehen.

Selbst eine U-Bahn fahren
Das bisherige Angebot der MVG, auf dem in Fröttmaning befindlichen U-Bahn-Fahrsimulator zu fahren, ist derzeit leider aus technischen Gründen nicht möglich.
http://www.mvg-mobil.de/presse/presse_2003/21.03.2003.htm
Von der Nürnberger VAG ist mir ein solches Angebot nicht bekannt.
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1 Kommentar »
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ben sagt:
5. Oktober 2007 @ 17:01
Bei U-Bahnzügen in Nürnberg gibt es keine Sifa-Taster das ist der Totmann
Lg Ben